Archiv für Oktober 2010

Breites Bündnis will die Nazis stoppen

Für den 13.11. ruft ein breites Bündnis unter dem Motto „Naziaufmarsch Verhindern“ dazu auf, sich den Nazis in den Weg zu stellen. Was zuletzt am 8. Mai in München Fürstenried gelungen ist, will das Bündnis auch in der Innenstadt erreichen. Dort musste der Naziaufmarsch aufgrund einer Blockade nach wenigen hundert Metern abgebrochen werden.

Um 12 Uhr veranstaltet das Bündnis eine Kundgebung am Sendlinger-Torplatz.

nazis-stoppen-muenchen.com



In einem Aufruf der Lagergemeinschaft Dachau rufen die KZ-Überlebenden Ernst Grube, Werner Grube, Lina Haag, Martin Löwenberg, Dr. h.c. Max Mannheimer und Hans Taschner gemeinsam zur Verhinderung des Naziaufmarsches auf.
Nazis entgegenstellen!

Neue Nazi-Route

Offiziell mobilisieren die Nazis noch auf einen Treffpunkt um 12 Uhr am Hauptbahnhof und einen Beginn um 13 Uhr am Goetheplatz. Tatsächlich angemeldet ist der Aufmarsch allerdings ab 12 Uhr am Isartorplatz. Über die Zweibrückenstraße und die Widenmayerstraße wollen sie die Isar entlang marschieren und auf Höhe Prinzregentenstraße auf den Europaplatz hinter dem Friedensengel abbiegen. Hier soll eine Zwischenkundgebung statt finden. Über die Prinzregentenstraße führt die Route anschließend zur geplanten Abschlusskundgebung an der bayerischen Staatskanzlei. Die Anmeldung läuft bis 22 Uhr.

Infoveranstaltungen

Eine (noch unvollständige) Liste mit Infoveranstaltungen zum Antifa-Actionday:

28.10.10 Bregenz (JUZ Between)
29.10.10 Sulzbach-Rosenberg (Jugendclub Bureau)
2.11.10 Dachau (Freiraum)
5.11.10 Passau (ZAKK)
5.11.10 Ulm (Infoladen)
6.11.10 Nürnberg (Schwarze Katze)
10.11.10 München (Kafe Marat)

Antifa-Café am 4.11.

Im Rahmen der Mobilisierung zum Antifa-Actionday gegen Naziaufmarsch, Militär und kapitalistischen Normalbetrieb findet am Donnerstag den 4.11. eine Veranstaltung mit never going home statt.

Die Deutschen und ihre Toten

Entlastende Erzählungen und ihre nationale Funktion

Den meisten Menschen hierzulande erscheint ihre Zugehörigkeit zur deutschen Nation als natürlicher Bestandteil ihrer Identität. Die Nation gilt als die Grundlage und Legitimation der staatlichen Gewalt und nicht als das, was sie ist: Die exklusive Zusammenfassung einer Gruppe von Menschen unter eben diese Gewalt. Eben weil es sich bei der Rede von der nationalen Identität um eine ideologische Verkehrung handelt, ist sie niemals widerspruchsfrei begründbar. Dass das mit der Natürlichkeit nicht so einfach ist, merken auch diejenigen, die daran glauben. Gerade deshalb ist die Frage, was deutsch ist, ständiger Gegenstand von Diskursen und wird immer wieder neu öffentlich ausgehandelt.
Um die Natürlichkeit von Nation zu begründen, wird besonders auf die Geschichte verwiesen, die als nationale Geschichte erzählt wird. Damit haben Deutsche aber auch immer ein besonderes Problem. Nationale Geschichte wird schließlich unter der Zielsetzung erzählt, dass am Ende das Bild einer guten Nation zu stehen hat. Die zentrale geschichtspolitische Aufgabe besteht daher darin, das eigentlich Unmögliche zu schaffen: Die Integration von Auschwitz in eine selbsterhöhende nationale Erzählung.
Eine Lösung des Problems scheint derzeit gefunden zu sein: Die Aufarbeitung der Geschichte ermöglicht, zwar die Vergangenheit nicht zu leugnen, sie aber dennoch in eine Auszeichnung zu verwandeln: Auschwitz ist zwar geschehen, aber „wir“ stellen uns diesem „dunklen Kapitel“ und gehen selbstbewusst mit der „Schande“ um. Jedoch ist damit das nationale Bedürfnis, die Geschichte so zu erzählen, dass der über die Geschichte konstante nationale Identitätskern von der Schuld freizusprechen ist, noch nicht befriedigt. Denn diesen Kern muss konstruieren, wer an der Idee von Nation festhalten will.

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Aufruf der antifa nt zum Antifa-Actionday

Am 13. November 2010 wird in München zum zweiten Mal der Antifa Actionday stattfinden. Anlass hierfür ist der mittlerweile dritte Versuch von Nazis einen so genannten „Heldengedenkmarsch“ durchzuführen. Wir wollen an diesem Tag mit einer Demonstration gemeinsam antifaschistische, linksradikale Inhalte auf die Straße tragen und jeglicher Verherrlichung des Nationalsozialismus und der Verdrehung der Geschichte unseren entschiedenen Widerstand entgegensetzen.

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Infoveranstaltung in München

Am Mittwoch, den 10. November findet eine Infoveranstaltung zum Antifa-Actionday im Kafe Marat in München statt.

Ein paar News #2

In den nächsten Wochen findet die Vortragstour zur Mobillisierung für den Antifa-Actionday statt. Die Termine werden hier veröffentlicht.
Mobisection wurde geupdatet.