Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Breites Bündnis will die Nazis stoppen

Für den 13.11. ruft ein breites Bündnis unter dem Motto „Naziaufmarsch Verhindern“ dazu auf, sich den Nazis in den Weg zu stellen. Was zuletzt am 8. Mai in München Fürstenried gelungen ist, will das Bündnis auch in der Innenstadt erreichen. Dort musste der Naziaufmarsch aufgrund einer Blockade nach wenigen hundert Metern abgebrochen werden.

Um 12 Uhr veranstaltet das Bündnis eine Kundgebung am Sendlinger-Torplatz.

nazis-stoppen-muenchen.com



In einem Aufruf der Lagergemeinschaft Dachau rufen die KZ-Überlebenden Ernst Grube, Werner Grube, Lina Haag, Martin Löwenberg, Dr. h.c. Max Mannheimer und Hans Taschner gemeinsam zur Verhinderung des Naziaufmarsches auf.
Nazis entgegenstellen!

Neue Nazi-Route

Offiziell mobilisieren die Nazis noch auf einen Treffpunkt um 12 Uhr am Hauptbahnhof und einen Beginn um 13 Uhr am Goetheplatz. Tatsächlich angemeldet ist der Aufmarsch allerdings ab 12 Uhr am Isartorplatz. Über die Zweibrückenstraße und die Widenmayerstraße wollen sie die Isar entlang marschieren und auf Höhe Prinzregentenstraße auf den Europaplatz hinter dem Friedensengel abbiegen. Hier soll eine Zwischenkundgebung statt finden. Über die Prinzregentenstraße führt die Route anschließend zur geplanten Abschlusskundgebung an der bayerischen Staatskanzlei. Die Anmeldung läuft bis 22 Uhr.

Infoveranstaltungen

Eine (noch unvollständige) Liste mit Infoveranstaltungen zum Antifa-Actionday:

28.10.10 Bregenz (JUZ Between)
29.10.10 Sulzbach-Rosenberg (Jugendclub Bureau)
2.11.10 Dachau (Freiraum)
5.11.10 Passau (ZAKK)
5.11.10 Ulm (Infoladen)
6.11.10 Nürnberg (Schwarze Katze)
10.11.10 München (Kafe Marat)

Antifa-Café am 4.11.

Im Rahmen der Mobilisierung zum Antifa-Actionday gegen Naziaufmarsch, Militär und kapitalistischen Normalbetrieb findet am Donnerstag den 4.11. eine Veranstaltung mit never going home statt.

Die Deutschen und ihre Toten

Entlastende Erzählungen und ihre nationale Funktion

Den meisten Menschen hierzulande erscheint ihre Zugehörigkeit zur deutschen Nation als natürlicher Bestandteil ihrer Identität. Die Nation gilt als die Grundlage und Legitimation der staatlichen Gewalt und nicht als das, was sie ist: Die exklusive Zusammenfassung einer Gruppe von Menschen unter eben diese Gewalt. Eben weil es sich bei der Rede von der nationalen Identität um eine ideologische Verkehrung handelt, ist sie niemals widerspruchsfrei begründbar. Dass das mit der Natürlichkeit nicht so einfach ist, merken auch diejenigen, die daran glauben. Gerade deshalb ist die Frage, was deutsch ist, ständiger Gegenstand von Diskursen und wird immer wieder neu öffentlich ausgehandelt.
Um die Natürlichkeit von Nation zu begründen, wird besonders auf die Geschichte verwiesen, die als nationale Geschichte erzählt wird. Damit haben Deutsche aber auch immer ein besonderes Problem. Nationale Geschichte wird schließlich unter der Zielsetzung erzählt, dass am Ende das Bild einer guten Nation zu stehen hat. Die zentrale geschichtspolitische Aufgabe besteht daher darin, das eigentlich Unmögliche zu schaffen: Die Integration von Auschwitz in eine selbsterhöhende nationale Erzählung.
Eine Lösung des Problems scheint derzeit gefunden zu sein: Die Aufarbeitung der Geschichte ermöglicht, zwar die Vergangenheit nicht zu leugnen, sie aber dennoch in eine Auszeichnung zu verwandeln: Auschwitz ist zwar geschehen, aber „wir“ stellen uns diesem „dunklen Kapitel“ und gehen selbstbewusst mit der „Schande“ um. Jedoch ist damit das nationale Bedürfnis, die Geschichte so zu erzählen, dass der über die Geschichte konstante nationale Identitätskern von der Schuld freizusprechen ist, noch nicht befriedigt. Denn diesen Kern muss konstruieren, wer an der Idee von Nation festhalten will.

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Aufruf der antifa nt zum Antifa-Actionday

Am 13. November 2010 wird in München zum zweiten Mal der Antifa Actionday stattfinden. Anlass hierfür ist der mittlerweile dritte Versuch von Nazis einen so genannten „Heldengedenkmarsch“ durchzuführen. Wir wollen an diesem Tag mit einer Demonstration gemeinsam antifaschistische, linksradikale Inhalte auf die Straße tragen und jeglicher Verherrlichung des Nationalsozialismus und der Verdrehung der Geschichte unseren entschiedenen Widerstand entgegensetzen.

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Infoveranstaltung in München

Am Mittwoch, den 10. November findet eine Infoveranstaltung zum Antifa-Actionday im Kafe Marat in München statt.

Ein paar News #2

In den nächsten Wochen findet die Vortragstour zur Mobillisierung für den Antifa-Actionday statt. Die Termine werden hier veröffentlicht.
Mobisection wurde geupdatet.

Ein paar News

Die Antifa-Demo beginnt um 10:30 Uhr am Platz der Opfer des Nationalsozialismus.
Die ersten Mobilisierungsmaterialien wurden verschickt. In den nächsten Tagen werden auf dieser Seite Aufrufe, Termine und vieles mehr veröffentlicht. Haltet Euch auf dem Laufenden!

Antifa Actionday 2010!

Für den 13.11.2010 mobilisieren bayrische Neonazigruppen zu einem sogenannten „Heldengedenkmarsch“ durch München. Nach 2008 und 2009 ist dies ihr dritter Anlauf, anlässlich des nationalsozialistischen „Heldengedenktags“ in München zu demonstrieren.
Dadurch sollen Wehrmachts- und SS-Soldat_innen* zu „Helden“ verklärt und deren Verbrechen relativiert werden. Doch das werden wir nicht zulassen.
Geschichtsrevisionismus z.B. die Verfälschung historischer Tatsachen war schon immer eines der attraktivsten Betätigungsfelder der Neonazis, wie bei den „Heldengedenkmärschen“, dem Naziaufmarsch am Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus am 08. Mai diesen Jahres, aber auch an den bundesweit bedeutendsten Naziaufmärschen in Dresden (Bombardierung der Stadt im zweiten Weltkrieg), in Bad Nenndorf (britisches Gefangenenlager für deutsche Nazis nach dem Krieg) oder in Dortmund, wo Nazis anlässlich des Jahrestages des deutschen Überfalls auf Polen 1939 demonstrieren, zu sehen ist.
Es geht ihnen mit dieser Umdeutung der Akteur_innen, Orten und Begriffen einerseits darum, den historischen Nationalsozialismus im Ganzen rein zu waschen und ihn damit als Gesellschaftsordnung für die Gegenwart wieder denkbar zu machen. Andererseits versuchen sie so, die nationalsozialistische Vernichtungspolitik gegen Jüd_innen, Rom_nija und Sinti_za, den hundertausendfachen Mord an „Behinderten“, Homosexuellen, Transgender und Antifaschist_innen sowie den Krieg zu verherrlichen.
Weil auch heute Faschist_innen verantwortlich für Übergriffe und Morde an Personen sind, die nicht in ihr nationalsozialistisches Weltbild passen, ist es wichtig sich ihnen gemeinsam in den Weg zu stellen.
Schon in den beiden letzten Jahren gab es massive Proteste gegen die „Heldengedenkmärsche“ und auch in diesem Jahr wollen wir alles daran setzen, eine solche Verherrlichung der Nazis und ihrer Taten unmöglich zu machen. Nachdem bereits 2008 ca. 1000 Menschen gegen den Naziaufmarsch protestiert hatten, nahmen im Jahr darauf etwa 3000 Leute an den Gegenprotesten teil. 2009 beteiligten sich über 700 Menschen an der linksradikalen Vorfelddemo, bei der über die direkten Proteste hinaus, antifaschistische, antikapitalistische und antimilitaristische Inhalte verbreitet wurden.
Es kam zu Blockadeversuchen und vielen kreativen Aktionen – gerade auch von Viertelbewohner_innen – gegen die Nazidemo, die in der Folge nach der Hälfte der Route vom Versammlungsleiter abgebrochen wurde. Auch im Mai diesen Jahres gelang es ca. 4500 Nazigegner_innen einen Marsch durch München-Fürstenried nach wenigen hundert Metern zu blockieren. Zuvor waren bereits etwa 800 Antifas anlässlich des Jahrestages der Befreiung vom Nationalsozialismus durch die Münchner Innenstadt demonstriert.
An diese Erfolge wollen wir auch am 13.11.2010 anknüpfen und mit Euch allen gemeinsam den Naziaufmarsch unmöglich machen, sowie antifaschistische, antikapitalistische, antimilitaristische und linksradikale Inhalte pushen.

Kommt also am 13.11. nach München!
Vermiesen wir den Nazis gemeinsam den Tag!
Für eine befreite, klassenlose Gesellschaft!

*Um symbolisch Raum zu lassen für Menschen, die sich in der zweiseitigen Geschlechterkonstruktion in „Männer“ und „Frauen“ nicht wiederfinden, verwenden wir durchgängig die Schreibweise mit Unterstrich.
Wir schreiben hier bewusst „Soldat_innen“, weil es in Wehrmacht, SS und sonstigen Militäreinheiten auch Frauen gab – freilich zumeist in niedrigeren Dienstgraden. Sie waren nicht nur in der zivilen Unterstützung oder als Arbeiterinnen in der Waffenproduktion und -lieferung tätig, sondern auch als Teil der uniformierten, kämpfenden Truppen aktiv, zum Beispiel als KZ-Aufseherinnen.

weitere Infos folgen…

Nachbereitung einiger autonomer Antifaschist_innen

Wir, einige Personen aus dem Vorbereitungskreis des Antifa-Actiondays in München am 14. November, wollen mit diesem Text eine umfassende Auswertung des Actiondays versuchen.
Am 15. November 2008 marschierten Nazis erstmals mit dem unverhohlenen Bezug auf den nationalsozialistischen Begriff des sogenannten „Heldengedenken“ durch München. Sie bekundeten, fortan jedes Jahr anlässlich des „Volkstrauertages“ durch die Stadt marschieren zu wollen. Auf diese Art und Weise sollte versucht werden, einen jährlichen Nazi-Event in München zu etablieren. Hiergegen formierte sich selbstverständlich antifaschistischer Widerstand…

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