Die Nazis planen weiterhin am 14.11.09 durch München zu marschieren. Trotz des kürzlich angesetzten und bundesweit beworbenen Rieger-Gedenkmarsches in Wunsiedel, wollen die Nazis aus dem Spektrum der „Freien Nationalisten München“ und der NPD an ihrem sogenannten „Heldengedenkmarsch“ festhalten.
Wie bereits letztes Jahr, plant die Stadt München zwar diesen zu verbieten, es gilt aber als sicher, dass dies erneut scheitern wird. In München hatte ein solches Verbot noch nie Bestand. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hob das letztjährige Verbot am Tag vor dem Aufmarsch auf, was sich letzten Endes als stark demobilisierend auf die antifaschistischen Gegenaktivitäten des bürgerlichen Spektrums erwies. So hatten viele dieser Gruppen ihre Mobilierung nach dem verkündeten Verbot einfach beendet und die Zeitungen berichteten noch am Vortag die Nazis würden nicht laufen. Trotz möglicher anders lautender Pressemeldungen in den nächsten Tagen, steht fest: Ob die Nazis laufen oder nicht, wird nicht von Entscheidungen des Kreisverwaltungsreferates abhängen, sondern von den antifaschistischen Gegenaktivitäten.
Nach dem Ableben des stellvertretenden NPD-Vorsitzenden Jürgen Rieger mobilisieren Nazis für den 14.11. bundesweit zu einem „Trauermarsch“ ins oberfränkische Wunsiedel. Dort fanden bis 2005 die jährlichen, von Rieger organisierten Großaufmärsche für Hitler Stellvertreter Rudolf Heß statt. Im Gegensatz zum Organisationskreis des „Heldengedenken“ in Halbe, die ihren Aufmarsch zugunsten dieser Veranstaltung kurzfristig absagten, mobilisieren die Nazis des „Münchner Gedenkkomitee zum Erhalt der Ehre unserer Soldaten“ hinter dem Personen aus dem Spektrum der „FNM“ und der NPD stecken weiterhin nach München. Trotz teils heftiger, szeneinterner Kritik wollen sie sich um 12 Uhr am Hauptbahnhof (Ausgang Arnulfstraße) treffen.

Garniert mit einem mehr als peinlichen Loblied auf die Münchener Repressionsorgane geben sie Tipps zur sicheren Anreise:

Die sicherste Anreisemöglichkeit ist die Bahn (12 Uhr, München HBF, Ausgang Arnulfstraße). Die Polizei wird am Münchner Hauptbahnhof mit einem Großaufgebot jegliche Störer beseitigen. Insbesondere das USK knüppelt jeden Gegendemonstranten weg, der uns auch nur zu nahe kommt. Bundesweit ist das gewiss nicht selbstverständlich, aber die vergangenen Jahre haben gezeigt, daß jede unserer genehmigten Demonstrationen von Anfang bis Ende von der bayerischen Sondereinheit durchgesetzt werden. Linksextreme Blockaden werden wie immer vom USK entweder zuverlässig aufgelöst oder umgangen.(von der Nazi- Mobilisierungsseite)

Erstmalig soll auf dem Marsch ein eigens gegründeter und geschulter „Ordnungsdienst“ patroulieren.

Auffällige Teilnehmer werden mit einem Alkoholmessgerät getestet. (von der Nazi- Mobilisierungsseite)

Natürlich bleibt der Versuch der Verherrlichung des Nationalsozialismus und der Verklärung von Wehrmacht und SS nicht unbeantwortet. Das Antifa-Bündnis ruft zum Antifa-Actionday am 14.11. in München auf. Um 10:30 findet die Auftaktkundgebung zu einer Antifademo am Georg-Freundorfer-Platz statt. Dieser ist bequem mit der U4/U5 vom Hauptbahnhof aus zu erreichen (Haltestelle Schwanthalerhöhe, 2 Stationen vom Hbf).